NÖ Elternvereine - Landesverband fordert Transparenz im Bildungswesen

13.06.2016, 12:28 | OTS0126 | NÖ Elternvereine - Landesverband

 

Eltern haben Geheimhaltungspolitik des Ministeriums satt

St. Pölten (OTS) - Von allen Seiten werden Einzelergebnisse über die Zentralmatura kolportiert. Die Ergebnisse sind dem Bildungsministerium längst bekannt. Trotzdem will das Ministerium die Ergebnisse der Zentralmatura nicht veröffentlichen, sondern wartet bis sich möglicherweise durch die Kompensationsprüfungen noch etwas ändert oder verbessert.

Die zwischenzeitlich informell kolportierten Einzelergebnisse der Zentralmatura bringen die Gemüter der betroffenen Schüler und Eltern zu Recht in Wallung. Wenn Schüler, die tadellos 12 Jahre Schule hinter sich haben, plötzlich mit „Nicht genügend“ bei der wichtigen Zentralmatura abgespeist werden - das sind offensichtlich keine Einzelfälle - dann stimmt etwas nicht.

Der NÖ Landesverband der Elternvereine hat es satt, dass Eltern und damit Steuerzahler, wie Bittsteller behandelt werden, denen Ergebnisse nicht zugemutet werden können. Eine seriöse Bewertung ist nur auf Basis von Fakten möglich. Fakten, die das Ministerium in einer unzumutbaren Informationspolitik zurückhält.

Der NÖ Landesverband der Elternvereine erwartet sich einen zeitgemäßen, offenen, ehrlichen, standortbezogenen und damit transparenten Umgang mit den Ergebnissen der Zentralmatura. Dies ist unabdingbare Grundvoraussetzung für eine - oft vom Ministerium angekündigte - faktenbasierte Diskussion und Bewertung der ministeriellen Vorhaben. Wir erwarten unverzüglich die Offenlegung der Ergebnisse der schriftlichen Zentralmatura, heruntergebrochen auf Bundesländer und einzelne Schulstandorte.

Rückfragehinweis:

Franz Schaupmann
Landesvorsitzender NÖ Landesverband der Elternvereine (LEVNÖ),
c/o Landesschulrat für Niederösterreich
Rennbahnstraße 29, 3109 Sankt Pölten,
T.:  02742 280-5501, M.: 0676 3643856, www.levnoe.at




Folgender Brief erging in dieser Sache an das Bundesministerium:

An das
Bundesministerium für Bildung und Frauen
z.Hd. Bundesministerin Dr.in Sonja Hammerschmid
Minoritenplatz 5
A-1010 Wien

 

Betrifft:
Auskunftsbegehren gemäß Auskunftspflichtgesetz

 

Sehr geehrte Frau Bundesministerin!

Nachdem nun die Ergebnisse der Zentralmatura vorliegen und von Ihnen auch bereits medial präsentiert und kommentiert wurden, sind besonders aufgrund der Ergebnisse in Mathematik die betroffenen Schüler und Eltern zu Recht frustriert und erregt.

Die Grundlage für eine konstruktive Interessensvertretung stellt für den Verband der Elternvereine Niederösterreichs jedoch ein zeitgemäßer, offener, ehrlicher, standortbezogener und damit transparenter Umgang mit den Ergebnissen der Zentralmatura dar.

Dies ist unabdingbare Grundvoraussetzung für eine offene - oft vom Ministerium angepriesene - faktenbasierte Diskussion und Bewertung. Wir haben daher schon im Vorfeld eine Offenlegung der Ergebnisse der schriftlichen Zentralmatura, heruntergebrochen auf Bundesländer und einzelne Schulstandorte gefordert. Wie wir jedoch aus den Medien erfahren mussten, sind Sie offensichtlich nicht bereit diese Informationen zur Verfügung zu stellen.

Wir sehen uns daher gezwungen, gestützt auf das Auskunftspflichtgesetz, BGBl Nr. 287/1987 i.d.g.F., hiermit in aller Form folgendes Auskunftsbegehren an Sie zu richten:

Wir ersuchen um Bekanntgabe sämtlicher Ergebnisse (österreichweit) der schriftlichen Zentralmatura sowie der Kompensationsprüfungen des Schuljahres 2015/16 auf Tiefe der jeweiligen Schulen, aufgegliedert nach Fächern und Geschlechtern in tabellarischer Form unter Angabe folgender Daten:

 

Name der Schule,
Standortgemeinde,
Gegenstand,
Anzahl der männlichen und weiblichen Kandidaten mit der Note „sehr gut“,
Anzahl der männlichen und weiblichen Kandidaten mit der Note „gut“,
Anzahl der männlichen und weiblichen Kandidaten mit der Note „befriedigend“,
Anzahl der männlichen und weiblichen Kandidaten mit der Note „genügend“,
Anzahl der männlichen und weiblichen Kandidaten mit der Note „nicht genügend“,
Anzahl der männlichen und weiblichen Kandidaten mit positiv bewerteter Kompensationsprüfung,
Anzahl der männlichen und weiblichen Kandidaten mit negativ bewerteter Kompensationsprüfung,

 Es wird beantragt die Tabelle auch in elektronischer Form (MS Word oder MS Excel) zur Verfügung zu stellen.

Darüber hinaus wird auch die Bekanntgabe der Ergebnisse der Zentralmatura des Jahrganges 2014/2015 für alle Schulen, an denen schon in diesem Jahrgang eine Zentralmatura stattgefunden hat, in der gleichen Darstellungsform beantragt.

Der Erteilung dieser Auskunft steht keine gesetzliche Verschwiegenheitspflicht entgegen. Darüber hinaus liegen diese Daten auch bereits vor, wie sich aus der bereits erfolgten medialen Darstellung zwingend ableiten lässt, weshalb die Erteilung der Auskunft auch keinen besonderen Erhebungsaufwand erfordert und auch sonst die Besorgung der übrigen Aufgaben der Verwaltung nicht wesentlich beeinträchtigt.

Es wird daher beantragt die Auskunft ohne unnötigen Aufschub im Sinne des § 3  des Auskunftspflichtgesetzes erteilen zu wollen.

In eventu wird ausdrücklich eine bescheidmäßige Erledigung im Sinne des § 4 des Auskunftspflichtgesetzes beantragt.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

(Ing. Franz Schaupmann)

Obmann