Zwangslaptop und Demokratieabbau für alle

St. Pölten 5.12.2016

Mit dem Rundschreiben 2016-16 hat das Bildungsministerium mit einem Federstrich die Kosten für Laptops den Eltern zugeschoben, ohne dass die Einführung dieser "Lernmittel" im Schulgemeinschaftsausschuss beschlossen werden muss.

Hefte, Füllfeder, Zirkel, Taschenrechner – und jetzt neu: „Laptop, Tablett PC u. ä.“ –  müssen von den Eltern besorgt werden. Den Eltern wird damit Entscheidungsfreiheit genommen, weil immer öfter die Schulen bzw. die LehrerInnen vorschreiben werden, welche Geräte genau zu besorgen sind.

Der NÖ Landesverband der Elternvereine verwehrt sich gegen diese Art der Mehrbelastung der Eltern über eine  weder abgestimmte noch besprochene Änderung per Rundschreiben. Dazu passend: Die jüngste Studie der Arbeiterkammer Niederösterreich berichtet über durchschnittliche Schulkosten in der Unterstufe von über 800.- Euro und  1200.- Euro in der Oberstufe, die Eltern pro Jahr und pro SchülerIn tragen müssen

Wie könnte es auch gehen: Das preisgünstigste Laptopmodell könnte mittels Ausschreibung von der Bundesbeschaffungsagentur ermittelt und österreichweit allen Eltern angeboten werden. Durch die große Stückzahl ließen sich Rabatte erzielen und bundesweit einheitliche Modelle sind auch betr. teilzentraler Reifeprüfung von Vorteil.

100.- Euro Schulstartbeihilfe auch für SchülerInnen der Oberstufe

wäre eine faire Lösung. Eltern mittels unausgegorenen Rundschreiben unbegrenzt Mehrkosten aufzubürden ist keine ….

Vor kurzem beschloss unsere Bundesregierung in einem Ministerratsvortrag die Umsetzung eines sogenannten „Autonomiepaketes“. Die österreichischen Schulpartner: Schüler-, Lehrer und Elternvertretung wurden, trotz zahlreicher Angebote und Versuche zur konstruktiven Mitarbeit, nicht eingebunden! Es gab kein einziges Gespräch zu irgendeinem Thema, das mit der aktuellen Umsetzung tiefgreifender Eingriffe in die Schuldemokratie, Reduktion von Schulpartnerkompetenzen und damit verbunden, drohenden massiven Qualitätsverlusten der österreichischen Schulen in Zusammenhang stand.

Mit Erschütterung stellen wir fest, dass unsere Regierung im Allgemeinen und das Bildungsministerium im Besonderen, nach 59 erfolgreichen Jahren der Schuldemokratie und Schulpartnerschaft offensichtlich beschlossen haben, diese abzuschaffen.

Wir appellieren an Sie, liebe Elternvertreterinnen und Elternvertreter, dabei mitzuwirken, dass dieses Autonomiepaket sofort gestoppt und im Interesse der Zukunft unseres Landes und unserer Kinder, gemeinsam mit den Schulpartnern neu gestartet wird!

 

Paul Haschka
stellvertretender LEVNÖ Vorsitzender
Bereichssprecher für mittlere und höhere Schulen