Resolution zum Thema Sozialindex

 

An Frau BM
Gabriele Heinisch-Hosek

E-Mail

St. Pölten, 21.10. 2014

Sozialindex für Schulen – Resolution des NÖ Landesverbands der Elternvereine

 

Sehr geehrte Frau Bundesministerin!

Der Vorstand des NÖ Landesverbandes der Elternvereine (LEVNÖ) hat sich in seiner Sitzung vom 06.10.2014 mit der kolportierten Einführung eines „Sozialindex an Schulen“ befasst (siehe dazu Artikel http://derstandard.at/2000006646531/Mehr-Geld-fuer-benachteiligte-Schueler).

Mit deutlicher Mehrheit hat der LEVNÖ Vorstand die beiliegende Resolution beschlossen und sich gegen die Einführung eines „Sozialindex an Schulen“ ausgesprochen.

Neben rechtlichen Bedenken in der Anwendung des Bildungsdokumentationsgesetzes für derartige Maßnahmen gibt es seitens der Elternvertretung auch die Befürchtung, dass Schulen mit einem „hohen Sozialindex“ noch schwerer gute Lehrkräfte finden und Eltern vermehrt auf diesen Index achten, wenn es um die Schulwahl der Kinder geht. Die sogenannte „Restschulproblematik“ würde damit noch verschärft werden!

 

Mit freundlichen Grüßen

                                                              

Ing. Franz Schaupmann,

LEVNÖ Vorsitzender

 

Mag. Paul Haschka,

LEVNÖ Stv. Vorsitzender

Bereichssprecher mittlere und höhere Schulen

 

Mag. Gerhard Dafert,

LEVNÖ Stv. Vorsitzender

 

Dr. Christine Friedrich-Stiglmayr,

LEVNÖ Stv. Vorsitzende

Bereichssprecher Pflichtschulen

 


 

Resolution

Vorstand des Niederösterreichisches Landesverbandes der Elternvereine (LEVNÖ)

 

Der Vorstand des Niederösterreichischen Landesverbandes der Elternvereine (LEVNÖ) spricht sich ausdrücklich gegen die Einführung eines „Sozialindex“ für Schulen aus, und fordert transparente und leistungsanreiz-bezogene Zuteilungsmechanismen für Schulen und Schulpartner.

 

Die von diversen Gruppierungen geforderte Einführung eines sogenannten „Sozialindex“ für Schulen führt bei Eltern in Niederösterreich zu großer Besorgnis und Verunsicherung. Ein solcher „Sozialindex“ könnte zu Fehlsteuerungen im Schulsystem führen. Aus den bislang bekannten Einzelheiten zum „Sozialindex für Schulen“ ist abzuleiten, dass dies einerseits zu einer Bevorzugung von Schulen im urbanen Raum führen dürfte, und andererseits keinerlei Anreize bietet für Schulen sich aus eigener Kraft durch Leistung und Engagement zu verbessern. Vor dem Hintergrund der bisher mangelnden Transparenz etwa bei der Mittel-Zuteilung an Schulen oder der Intransparenz der Bildungsstandard-Ergebnisse zu konkreten Schulstandorten, darf berechtigterweise angenommen werden, dass mit derselben Argumentation die Ressourcen- und Mittel-Zuteilungen beim sogenannten „Sozialindex“ ebenso im Dunkeln bleiben, bei gleichzeitiger Benachteiligung des ländlichen Raums und einer völligen Abkehr von  Anreizmechanismen.

 

Der Vorstand des Niederösterreichischen Landesverbandes der Elternvereine (LEVNÖ) spricht sich daher dafür aus, dass Herausforderungen im sozialen Bereich standort- und einzelfallbezogen beurteilt und gehandhabt werden, etwa durch den Einsatz von Zusatzlehrern oder zusätzlicher Unterstützung für individuelle Förderung oder unbürokratische Unterstützung durch die Schulpartner vor Ort. Keinesfalls darf es eine strukturelle Benachteiligung von engagierten und leistungsorientierten Schulen - insbesondere im ländlichen Raum - geben. Ressourcenzuteilungen an Schulen haben tunlichst nach transparenten, nachvollziehbaren und leistungsabhängigen Indikatoren zu erfolgen.