Offener Brief an die neue Bundesregierung

 

Utl: NÖ Elternverband fordert Nominierungsrechte, die Sicherstellung der Finanzierung und ausreichend Ressourcen

Die Anliegen des NÖ Elternverbandes betreffen mehr als 600 Mitgliedsvereine.  Vier Forderungen unterbreitet man der zukünftigen Bundesregierung anlässlich der bevorstehenden Koalitionsverhandlungen und Parteiengespräche.

  1. Ein Nominierungsrecht  für die Funktion des Landesschulratsvizepräsidenten und damit eine Übertragung des Nominierungsrechts von der zweitstärksten Landtagsfraktion auf die in den Bundesländern tätige Landeselternorganisation.

    Im Zuge des Ausbaues von ganztägigen Schulformen muss auch der Einfluss und die Einbindung der Eltern in der Schulorganisation stärker verankert werden. Die derzeitigen Mitgestaltungsmöglichkeiten der Eltern sind auf einen Halbtagesschulbetrieb ausgerichtet und ohnehin sehr bescheiden. Die Funktion eines Landesschulratsvizepräsidenten, der von den Eltern nominiert ist, würde damit massiv aufgewertet.

  2. Ein Nominierungsrecht der Landeselternverbände für den Aufsichtsrat und  den wissenschaftlichen Beirat der Pädagogischen Hochschulen, sowie ein Nominierungsrecht für den Aufsichtsrat und wissenschaftlichen Beirat des BIFIE.

    Diese Forderung wurde vom NÖ Elternverband bereits vor einem Jahr an den Bund mit einem Unterstützungsschreiben des damaligen NÖ Bildungslandesrates Mag. Karl Wilfing herangetragen und erhielt leider eine Absage. Der Elternverband kann die Gründe für diese abschlägige Antwort nicht nachvollziehen.

  3. Sicherstellung der Finanzierung und Information von Elternvereinen und ihrer Vernetzung in Elternverbänden.

    Mit der Stärkung der Elternvereine und Elternverbände hinsichtlich Finanzierung und Informationsrechten kann die Schulqualität vor Ort entscheidend verbessert werden. Ein Euro pro Schüler soll für die Vernetzung und Professionalisierung der Elternvereinsarbeit zur Verfügung gestellt werden. Ein Euro pro Schüler ist ein Bruchteil dessen, was z.B. der Standesvertretung der LehrerInnen zur ausschließlichen Vertretung ihrer eigenen Interessen zur Verfügung steht.

  4. An den Bund als Schulerhalter stellt der NÖ Elternverband die Forderung, dass die Bundesschulen mit ausreichenden Ressourcen, wie Personal, Gebäude den notwendigen Arbeitsmitteln ausgestattet werden.

    Der Elternverband stützt sich auf zahlreiche Berichte, wonach Schulgebäude an Bundeschulen nicht über die ausreichende Klassenraumanzahl verfügen und  große Klassen mit über 25 und sogar über 30 SchülerInnen gebildet werden. Oft steht sogar nicht genug Lehrpersonal zur Verfügung und es muss auf  Studenten bzw. Pensionisten zurückgegriffen werden. Diese Situation ist für Eltern und Schüler nicht zumutbar.

Der NÖ Elternverband ersucht um Berücksichtigung der oben angeführten Forderungen in der kommenden politischen Arbeit. Eine erfolgreiche und nachhaltige Bildungspolitik kann nicht ohne die Elternorganisationen stattfinden. Die Eltern dürfen nicht wie bisher auf die Funktion des Stellungnehmens zu schon fertig ausgearbeiteten Programmen reduziert werden. Sie sind als Partner in der Bildungs- und Erziehungsarbeit von Anfang an als Beteiligte und nicht nur als Berater wahrzunehmen. Die Elternorganisationen vertreten die Interessen der Eltern, der Kundinnen und Kunden des Schulsystems.

 

 

Ing. Franz Schaupmann Mag. Paul Haschka
Landesvorsitzender  stv. LEVNÖ Vorsitzender und Bereichssprecher AHS/BMHS
   
Mag. Gerhard Dafert    Dr. Christine Friedrich-Stiglmayr
stv. LEVNÖ Vorsitzender   stv. LEVNÖ Vorsitzender

 

 

Rückfragehinweis:

LEVNÖ Landeselternverband Niederösterreich

Rennbahnstraße 29, 3109 St.Pölten

Tel.: 0676 3643856 Ing. Franz Schaupmann, LEVNÖ Vorsitzender,

Bereichssprecher Pflichtschulen

Tel.: 0699 81227414 Mag. Paul Haschka, LEVNÖ Stv. Vorsitzender,

Bereichssprecher mittlere und höhere Schulen

www.levnoe.at

Der Originaltext des offenen Briefes kann angefordert werden.